Mixed

Heut folgt ein Eintrag über alles, was ich euch unbedingt einmal mitteilen wollte, sich aber noch nicht in die bisherigen Texte einbauen ließ. Erwartet deshalb bitte keine thematischen Zusammenhänge oder groß durchdachte Überleitungen. Jetzt kommen hier knallhart aneinandergereihte Fakten:

Nicht nur Busfahren ist hier lebensgefährlich. Es kann schon ein Act sein, als braver Bürger routiniert unbesogrt den Zebrastreifen zu betreten. Irgendwie hält keiner (na gut, ich kenne eine Ausnahme: mich ) am Zebrastreifen an, während Fußgänger ihn überqueren wollen. Als mir das zu Beginn nicht klar war, musste ein Polizeiauto ziemlich scharf wegen mir bremsen, damit es dem Vorgesetzten keine nachhaltige Verformung der Kühlerhaube  rechtfertigen musste. 

Mein Bestellverhalten wird bei MC Donald`s in der Slowakei nachhaltig beeinflusst. Ich liebe Pommes mit Mayo. Verlangt man aber hier „Mayo“ wird die Vorfreude auf die ungesunde, kalorienreiche Paste getrügt, wenn man feststellt, dass man hier als Mayo eine Art Dill-Salatdressing zu seinen Pommes bekommt.

Alle weiblichen Vornamen enden hier auf „a“. Auch die Kosenamen. So wird aus „Mariá“ „Marika“, aus „Miroslana“ „Mirka“,… . „Melanie“ schien denen in der Personalabteilung nicht so recht zu gefallen. Es fiel ihnen wohl keine Verniedlichung mit a-Endung ein, also haben die aus mir auf meinem Mitarbeiterausweis einfach eine „Melaniá“ gemacht.

Ein normaler Arbeiter verdient in der Slowakei im Monat durchschnittlich 20.000 SKK = 660 €. Ein gut bezahlter Akademiker kommt auf ca. 30.000 SKK = 1.000 €. Ich finde das wirklich krass und frage mich, wie man hier davon gut leben soll. Umso ironischer kommt es mir vor, dass in Bratislava der 2. Christian Audigier-Laden mit Ed Hardy und Smet eröffnet hat. Kein Wunder, dass da nie jemand drinnen ist.

Apropos Geld. Wisst ihr, wie man hier versucht, Roma-Eltern zu motivieren, ihr Kind in die Schule zu schicken? Je besser die Noten, die Junior mit nach Hause bringt, desto mehr Kindergeld lässt der Staat für das Kleine springen – immer in 5 €-Schritten.

Wisst ihr, was mich jeden Tag aufregt? Die slowakische Tastatur mit ihren sinnlosen Sonderzeichen. Und die Höhe ist, die haben kein „w“ in ihrem Alphabet, dafür sprechen sie das „v“ als „w“ aus. Naja, aber in der Zeit der Globalisierung kommt man an einem „w“ wie im „www“ nicht vorbei. Deshalb ist es immer total lustig, wenn Slowaken Internetadressen ansagen.

Ein weiterer Aufreger ist die nicht vorhandene Mültrennung. Es wird nur das Gröbste getrennt: Papier, Glas (alle Farben in einen Container), Plastikflaschen (es gibt keinen Pfand) und Restmüll. Die arme Umwelt! Meine Vermieterin selbst trennt ihren Müll nicht, aber ich konnte das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren und hab meinen Müll immer ca. 500 m bergab zu den offiziellen Containern getragen. Vorbildlich, vorbildlich! *lol*

Im Gegensatz dazu noch eine süße Sache: Scheinbar kriegen die Slowaken nicht so oft Post und wenn, dann keine Rechnungen. Anders kann ich mir nämlich nicht erklären, wieso sie jeden Brief - ob von der Tante oder dem Boyfriend – als „Liebesbrief“ bezeichnen.

Und nun, zum Schluss, noch etwas, das in Deutschland besser klappt: die Dekoration in der Adventszeit. Das ist wirklich traurig. Von Schwibbögen an den Fenstern oder beleuchteten Tannenbäumen vor den Häusern fehlt jede Spur.  Ich freue mich schon auf Deutschland, denn da habe ich noch ganze 5 Tage, in denen ich alle Weihnachtsbräuche nachholen kann. Vom Plätzchen backen, mit den Kerzen der Pyramide spielen oder einfach nur finden, dass die schwarzen Räucherkerzen im Räuchermännchen doch am besten riechen, wird alles dabei sein.

*winke* eure Melli

17.12.08 11:12

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