Budapest Teil I: Sightseeing mit VW-Crew

Wir trafen uns am Freitag (28.11.08) um 15:30 Uhr am Hauptbahnhof in Bratislava um nach Budapest zu fahren. Unsere Gruppe (v.l.) bestand aus Blagoj, Stefan, Nicole, Silvi, Silvis Freundin Carola, die aus Deutschland kam, und Stefans Kommilitone Thomas, der grad ein Praktikum in Wien macht.

Die Zugfahrt (insgesamt 16 €/Person für Hin-und Rückfahrt) verlief ohne Probleme und wir kamen 18:30 Uhr in Budapest  an. Dann organisierten wir uns Forint (ungarische Währung;  1 € = 260 HUF), damit wir Tickets für den Nahverkehr kaufen konnten. Innerhalb der U-Bahn wird dort total streng kontrolliert. Aber nicht nur das war anders. Die Rolltreppen zu den U-Bahnen waren total schnell, das war wirklich eine kleine Herausforderung da heil drauf zusteigen. Es ist auch interessant zu wissen, dass die M1 in Budapest die älteste U-Bahn auf dem europäischen Festland ist. Das merkt man auch. Sie liegt vielleicht 1 Meter unter der Erde, die Decke ist total flach. Allgemein sind die Bahnsteige total klein und noch genauso erhalten wie damals.

Ca. 19:15 Uhr erreichten wir unser Hostel, das wirklich sehr zentral lag. Zunächst haben wir die Eingangstür allerdings gar nicht wahrgenommen. Das Hostel befand sich neben einem Kino in einem Altbau im 3. Stock. Wir bezogen unser 8-Mann-Zimmer, das durch unsere Truppe komplett (Anna kam am Samstag früh nach) belegt wurde. Wir waren alle sehr zufrieden mit der Unterkunft für 8,13 € pro Mann und Nacht inkl. Frühstück.

Um 20:30 Uhr machten wir uns auf dem Weg zum Abendessen. Außerdem kam Tim, der mit mir studiert und derzeit bei Quelle Ungarn arbeitet, dazu. Nachdem wir uns alle gestärkt hatten, schlug Tim eine kleine Runde durch Budapest mit Sightseeing bei Nacht vor. Er hatte total Recht , denn Budapest ist nachts wunderschön beleuchtet.

Wir genossen den Blick auf das Budapester Schloss. Hier ein Foto meiner Kamera, das auch als Postkartenmotiv durchgehen könnte…

Auch die Hängebrücke war in ein romantisches Licht getaucht.

Außerdem zeigte Tim uns das Parlamentsgebäude. Er erzählte, dass es damals eine Ausschreibung für die Architektur des Gebäudes gab. Man konnte sich nicht zwischen 3 eingereichten Vorschlägen entscheiden und baute deshalb alle 3. In den 2 anderen sind nun Ministerien untergebracht und hier könnt ihr den „Sieger“ sehen (einmal nachts und einmal am Tag):

Gegen Mitternacht waren fast alle hundemüde. Tim wollte noch einen Absacker trinken gehen und Thomas schloss sich ihm an. Die beiden müssen wohl noch einen aufschlussreichen Abend in einer Bar verbracht haben. Der Rest von uns lag 0:45 Uhr im Bett, Thomas wurde 2:22 Uhr von Tim gebracht. (Das Klingeln an der Tür war ziemlich laut und ich hatte wegen der Uhrzeit einen Blick auf mein Handy riskiert.)

Am nächsten Morgen zeigte sich dann der Nachteil unseres kleinen Hostels: 2 Duschen für 15 Mann (also auch die Nachbarzimmer). Ja, das führte zu Stau. Nach dem Frühstück starteten wir bei undankbarem Regen. Wir steuerten das Schloss an. Dort angekommen, hörte der Regen auf und so konnten wir ohne große Nassattacken auf dem Gelände herumspazieren. Der Blick vom Schloss auf die Stadt war trotz des trüben Wetters schön. Man konnte Stefan-Basilika und die Hängebrücke gut sehen.

Auch der Blick auf die Donau und das Parlamentsgebäude, dessen architektonisches Vorbild die Westminster Abbey in London ist, war super.

Natürlich schreite die Kulisse förmlich nach einem Gruppenfoto, dieses Mal mit Anna, die mit ihrer roten Mütze zwischen Blagoj und Silvi hervorlunzt.

Nach so viel Kultur knurrten unsere Bäuche, es war Mittagszeit. Stefan schlug vor, in der Markthalle zu essen. Das war echt ein großes Gebäude, das sehr historisch aussah. Die Optik wirkte auf  mich wie die britischen Bahnhofshallen in Filmen. Jedenfalls  gab es überall kleine Stände mit Essen oder Souvenirs. Vielleicht vermittelt euch dieses Bild einen kleinen Eindruck von der Atmosphäre und dem Gebäude an sich.

Nachdem alle anderen Langos gegessen hatten und ich mir einen Palatschinken gegönnt hatte, schauten wir uns die kleinen Verkaufsstände an. Hier und da wurden fleißig Souvenirs eingemarktet. Anschließend ging es zur Oper, wo wir eine 30-minütige-Führung für ca. 6 € mitmachten. In dem tollen Gebäude verging die Zeit wie im Fluge, die Führung war sehr interessant und hätte ruhig länger dauern können. In der Oper durfte man keine Fotos machen, aber sie war sehr prächtig. Allerdings kamen mir die Räume etwas klein vor. Die Königsloge durfte man nicht betreten. In ihr saß Sissi (sie ist in Österreich/Slowakei/Ungarn echt ein Star!) nur einmal – nämlich einmal mit Franz. Dem gefiel nicht, dass die Oper in Budapest schöner war als die in Wien. Er hatte nämlich eine Maßgabe zum Bau der Budapester Oper gesetzt: Sie solle nicht größer als die in Wien sein. Die Sache mit der hübschen Ausstattung hatte er wohl vergessen. Aus Ärger darüber war er jedenfalls nur zur Eröffnung vor Ort. Sissi kam aber danach immer wieder, durfte aber nicht in der Königsloge sitzen und suchte sich einfach die links neben der Bühne aus. Heute dürfen in der Königsloge nur 3 Personen (u.a. der ungarische Präsident) und deren Gefolge sitzen.

Im Anschluss daran gingen wir in das Einkaufszentrum „West End“, um uns dort mit Getränken für den Sonntag einzudecken. Dann waren wir ziemlich kaputt und gingen ins Hostel, um zu dösen. Nach einer Stunde Halbschlaf machten sich die Mädels hübsch. Wir gingen essen und gegen 23:30 Uhr kam Tim dazu, mit dem wir in einen Pub gingen. Dort war das Publikum zwischen 20-40 Jahren alt und die Musik war teilweise echt gewöhnungsbedürftig. Wie die Jungs das zu verdrängen versuchten, seht ihr hier bei Tim (links) und Stefan:

Mir gab die Musik ca. 1:00 Uhr zu denken. Klar, es war der 1. Advent. Aber rechtfertig das nach „Country Roads“ und Klassikern von „Grease“ „Wham!“ mit „Last Christmas“ zu spielen!? Sicher nicht! Jedenfalls entschlossen wir uns daraufhin bald, zurück zum Hostel zu gehen. Wir verabschiedeten uns von Tim, der noch gern weitergezogen wäre – kein Wunder, er war auch erst am Nachmittag aufgestanden und nicht schon wir wie seit 8:30 Uhr auf den Beinen – aber Tim und ich holen den Partymarathon mit Lisa (Kommilitonin aus Ravensburg) am WE vom 12.-14.12.2008 nach, denn da fahre ich noch einmal nach Budapest. Dann liegt aber der Schwerpunkt aber mehr auf Spaß als auf Sightseeing.

Am Sonntag mussten wir bis 10 Uhr das Zimmer räumen, durften aber die Taschen noch im Hostel lassen. Nachdem wir uns von Caro, die am Vormittag mit dem Zug zurück nach Deutschland fuhr, verabschiedet hatten, splitteten uns in zwei Gruppen auf: Während Stefan, Thomas und Silvi zum Heldenplatz fuhren und dort eine Therme (Budapest ist für seine Bäderkultur sehr berühmt) besuchten, machten Blagoj, Nicole, Anna und ich uns auf den Weg zu einer kostenlosen Stadtführung, die 10:30 Uhr startete, auf. Die Guides finanzieren sich dadurch, dass man ihnen am Ende der Tour ein Trinkgeld gibt. Wir entschieden uns aber, nur die Hälfte der Führung mitzumachen, da wir den 2. Teil des Programms (u.a. das Schloss) bereits auf eigene Faust am Samstag abgedeckt hatten.

Die Tour war ok. Wir kamen am Ballhaus, welches an der Donau liegt, vorbei, in dem auch schon Sissi übers Parkett schwebte.

Der Guide erzählte uns einiges über die lustigen Figuren, die wie in Bratislava, überall rumstehen. Hier seht ihr eine Auswahl von Statuen und die dazu passenden Posen der Fotomodelle (Blagoj und Silvi am Samstag abend; Anna bei der kostenlosen Führung):

Wir verabschiedeten uns nach 1,5 Stunden bei der Stefans-Basilika vom Rest der Truppe. Die Stefan-Basilika war echt total schön! Zum einen sehr ihr sie hier von der Straße aus, zum anderen vom großen Platz davor.

Auch innen war sie ein Hingucker. Leider konnten wir sie nicht richtig besichtigen, da noch da katholische Gottesdienst stattfand, als ich drinnen war. Aber es muss dort eine Figur vom ersten König Ungarn geben, der Ungarn gegen 1000 herum nach vorn gebracht hat und Ungarn sich so zu einem ernst zunehmenden Völkchen entwickelt hat. Der Mann wurde vom römischen Kaiser gekrönt. 100 Jahre nach dem Tod des Königs fand man seine Leiche, alles war verwest -  außer seine geballte Hand, die noch komplett erhalten war. (Noch heute versuchen Forschen herauszufinden, warum die Zeit keine Spuren an der Faust hinterlassen hat.) Die linke Hand hat man einfach mit Gold überzogen und ist in der Stefans-Basilika ausgestellt. Ok, vielleicht nicht ausgestellt. Wirft man eine Münze in einen Automaten, wird die Hand beleuchtet, sonst ist sie nicht gut zu sehen.

Nach dem wir für diesen Sonntag genug Historisches gesehen hatten, zogen wir auf den (recht kleinen – ich glaub, der in SZB ist größer!)) Weihnachtsmarkt. Überaschenderweise gab es dort nur sehr wenig Essensstände. (Das könnte einem in Deutschland nicht passieren. ) Den restlichen Nachmittag trennte sich unsere Kleingruppe nochmal: Blagoj und Anna fuhren zum Heldenplatz, während Nicole und ich durch die „Fashion Street“ (die heißt wirklich so ) bummelten und dann dort noch eine heiße Schoki tranken, bevor wir unser Gepäck aus dem Hostel holten und uns alle am Bahnhof trafen, wo unser Zug 15:30 Uhr nach Bratislava fuhr. 18:45 Uhr war ich zuhaus.

Was mir immer klarer wird: Es ist super andere Städte kennenzulernen. Aber Wien und Budapest machen mir schon klar, wie wenig mir eigentlich Bratislava als Stadt von der Bauweise gefällt. Aber Architektur ist ja nicht alles...

*winke* eure Melli

2.12.08 08:43

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