Mutti ist die Beste!

Weil das so ist, scheute ich am Mittwoch, als ich sie vom Bahnsteig abholte, keine Mühen – und das bei dem 50 kg-Koffer (Hey, das ist wirklich eine realistische Schätzung! ). Wir wuchteten das Gepäckstück also Richtung Parkplatz. Ich sprintete heim, um dort, wo Mama auf mich warten sollte, schnellstmöglich mit meinem Auto vorzufahren. Nach 30 min luden wir das blaue Ungetüm in meinen Kofferraum und fuhren zu meiner Wohnung, die ich zunächst meiner Mama zeigte. Leider hat sie nicht die Möglichkeit, meinen Blog zu sehen und war deshalb vollkommen unvoreingenommen. Das war auch gut, denn so konnte ich sie mit der großen Wohnung beeindrucken.

Aber Mütter haben ja einen untrüglichen Instinkt und so stellte sie doch direkt Makel fest. Zum Beispiel die Heizung: Zugegeben, es ist oft recht frisch im Wohnzimmer und der Küche, aber das ist mir nicht so wichtig… Ich zieh mir einfach mehr an. Das Heizungsproblem nervt mich eigentlich nur, wenn ich duschen möchte. Denn es läuft nicht einfach warmes Wasser aus der Leitung. Die Heizung im Bad muss zuvor mind. 20 min auf voller Leistung arbeiten… 

Dann gib es aber auch noch ein anderes Manko: Die Fenster und Türen „schwitzen“, sie sind total beschlagen und die Nässe geht auf die Wände über. So gibt es bereits in der Küche eine kleine, schimmelnde Stelle. Obwohl ich sehr gründlich lüfte, liegt das wohl an den Isolierungen. Ich hoffe, es wird bald wieder besser.

Davon abgesehen, schien die Wohnung und meine Hausfrauenambitionen meiner Mama zu gefallen. Sie packte ihren Koffer aus und es kamen ganz viele Dinge zum Vorschein, die ich bereits vorsorglich am Telefon erwähnt hatte, als sie mich fragte, über welche Mitbringsel ich mich freuen würde. So wurde mein Vorratsschrank mit gefüllten Lebkuchenherzen bepackt und mein Kühlschrank mit ganz vielen „Joghurt mit der Ecke - Ecken des Monats“ und Knacker bestückt. Außerdem hatte sie meine Post (und so konnte ich am Mittwochabend im Frontline-Katalog blättern ) und einigen anderen Kram (wie das Skript von Fr. Vochezer über das Erstellen einer wissenschaftlichen Arbeit ) dabei.

Wir verbrachten den Abend in aller Ruhe. Ich stellte meine Mutti meiner Vermieterin vor. Frau M. erwähnte ganz beiläufig vor meiner Mama, was für eine nette Untermieterin ich doch bin – hatte schon fast was von „product placement“. Meine Vermieterin freute sich jedenfalls sehr über den Stollen (als Dankeschön für die vielen Leckereien, die ich immer abstaube) und eine neue Küchenuhr (ihr erinnert euch an mein Küchenuhrmassaker vor einiger Zeit? ).

Am Donnerstagmorgen hörte ich meine Mutti schon zeitig poltern. Sie war wohl wegen meinem Geburtstag ein bisschen aufgeregt. Ich packte meine Geschenke aus und dann frühstückten wir. Nachdem wir im Kaufland einige Erledigungen hinter uns gebracht hatten, stand Sightseeing in Bratislava auf dem Programm. Wir waren lecker essen und nachmittags gönnten wir uns eine heiße Schoki. Abends trafen wir dann die Vorbereitungen für unseren Trip nach Wien.

Wir fuhren 9 Uhr mit dem Zug los. Ich zeigte ihr den Karlsplatz und das Sissi-Schloss mit der Spanischen Hofreitschule. Nach dem Mittagessen machten wir uns nach einem kurzen Spaziergang im Museumsviertel auf dem Weg zum Rathaus. In den ORF-Nachrichten schwärmte der Sprecher neulich so vom Wiener Weihnachtsmarkt, der auf dem Platz vor dem Rathaus stattfindet. Momentan freu ich mich sehr auf die Adventszeit, also mussten wir unbedingt zu diesem Weihnachtsmarkt. Der war letztendlich nicht so beeindruckend , wie das Rathausgebäude. Das ist wirklich riesig. Es passte nicht mal komplett vor meine Kameralinse. Besonders charmant fand ich die Dekoration an den Balkonbrüstungen. Sie sind nämlich mit Stoff, auf dem eine Zahl von 1 bis 24 aufgedruckt ist, verhüllt. So wird das Rathaus selbst zum großen Adventskalender. Leider weiß ich nicht, was sich hinter jedem Türchen verbirgt… (Hey, da fällt mir ein, dieses Jahr hab ich zum ersten Mal keinen Adventskalender *seufz* Naja, ich kann mir ja einen am 20.12. kaufen und dann den Dezember beim Naschen Revue passieren lassen. ) Aber bevor ich weiter vom Thema abkomme, findet ihr hier also das Wiener Rathaus.

Weihnachtsmarkttechnisch bin ich bisher ja auch sehr mit dem Nürnberger Christkindlmarkt und dem romantischen in meinem kleinen Schwarzenberg sehr verwöhnt. Ich kann das also nicht unvoreingenommen mit österreichischen Maßstäben vergleichen. 

Trotz der sehr regnerischen Stimmung konnte der Weihnachtsmarkt mich aber ein bisschen in eine besinnliche Stimmung versetzen. Hier seht ihr ein Bild mit meiner Mutti und mir.

Nachdem ich mich mit meinen heißgeliebten Schokifrüchten eingedeckt hatte, die (wie sich später herausstellte) bereits unter der Schokolade schimmelten , was ich aber rechtzeitig bemerkte , wollten Mutti und ich gern weiterziehen. Ich positionierte mich also mit dem großflächigen Stadtplan von Wien auf dem Bürgersteig und sah scheinbar ziemlich verzweifelt dabei aus. Jedenfalls riss mich dann ein netter Polizist (unter 30), der am Seiteneingang des Rathauses wohl Wache schob, mit seiner Frage, ob er mir helfen könne, aus meiner Gedankenwelt. Ich erklärte ihm also, dass wir gern einkaufen gehen würden, aber die Straße mit Louis Vuitton&Co. (leider ) nicht unbedingt unserer Preisklasse entsprach. Der Mann gab mir also dann den Tipp, wo er immer einkaufen geht und erklärte mir den Weg. Er hatte Recht! Wir waren wirklich auf einer tollen Shoppingmeile gelandet, wo wir uns mit einigen Kleinigkeiten eindeckten. Außerdem tranken wir lecker Cappu in einem Café. Irgendwann wurde das Wetter immer schlechter. Mein (neuer) pinker Regenschirm war im Dauereinsatz. Wir fuhren also 17:28 Uhr nach Hause.

Den letzten Tag ihres Aufenthaltes verbachten Mama und ich sehr entspannt. Wir zogen das Mutter-Tochter-Ding in einem Putzmarathon durch, wo sie mir manches nochmal erklärte, was ich wohl ihrer Meinung nach noch nicht so super beherrsche – naja, sowas ist subjektiv! Am Nachmittag wollten wir spazieren gehen, aber kaum waren wir aus dem Haus, zog ein Schneesturm auf. Nach höchstens 10 Minuten waren wir wieder im Haus.

Am Sonntag war es wieder Zeit, sich zu verabschieden. Mutti packte und bald fuhren wir mit dem Bus zum Hauptbahnhof, von dem ihr EC 12:15 Uhr Richtung Heimat startete. Es dauert ja nicht mehr lang (noch 24 Tage), dann sehe ich sie wieder. Das wird super! Aber vor allem freue ich mich auch auf Leo , meinen zuckersüßen Hund. Dann kann ich mit ihm Gassi gehen; „Such die Mutti“ (eine Art „Verstecke“ spielen; mich darüber freuen, wenn er versucht zu bellen (das konnte er noch nie gut ); ihn mit Marc eifersüchtig machen *lol* (Leo ist ziemlich besitzergreifend ); ihn liebevoll „Stinker“ nennen, wenn sein Fell nass ist oder ihn einfach nur putzig finden, wenn er faul rumliegt, was er eigentlich am allerliebsten macht, schließlich ist er mit 13 Menschenjahren Rentner . (Während des Besuches meiner Mutti haben Freunde auf Leo aufgepasst.)

*winke* eure Melli!

25.11.08 09:37

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