Besuch von Jenny

Ich hatte schon länger den Wunsch, an den WEs vom 14.-16.11. und 21.-23.11. nicht allein zu sein. Wie das mit Wünschen so ist, muss man sie meist publik machen, damit sie erfüllt werden. Ich rührte also die Werbetrommel und meine Freundin Jenny, die ich seit September 2007 durch das Studium kenne, reagierte ohne Zögern. Sie buchte einen Flug von Nottingham, wo sie noch bis Weihnachten einen Auslandsstep absolviert, nach Bratislava. Nach einem groß angelegten Putzmarathon fuhr ich Freitag (14.11.) zum Flughafen, wo Jenny um 21 Uhr ankam, und holte sie ab. Nachdem ich ihr die Wohnung gezeigt hatte, wir die selbst gebackenen Kekse meiner Vermieterin gegessen hatten, freute ich mich riesig über Spezialitäten aus Nottingham, die sie mir als Mitbringsel geschenkt hatte. So kann ich jetzt  Mushing peas, Cookies und Tee genießen. Außerdem wird meine Wäsche dank eines Duftkissens, umhüllt mit Spitze aus Nottingham, gut duften. Und zu Weihnachten muss meine Familie raten, woher ich das große, typisch britische (wie ein Bonbon aussehendes) Dingsbums herhabe (von dem ich den Name vergessen habe), in dem Konfetti und ein Glücksbringer versteckt sind. Jedenfalls machten wir uns dann langsam auf den Weg, um noch etwas Trinken zu gehen. Wir hatten uns echt viel zu erzählen. Nach 2 Locations und einer Fahrt mit dem Nachtbus lagen wir 02:30 Uhr im Bett.

Um 08:30 Uhr standen wir, motiviert durch das herrliche Wetter, auf.  Zunächst starteten wir ins Kaufland, um uns mit ein paar Kleinigkeiten zu versorgen. Als wir die Sachen in meine Wohnung gebracht hatten, machten wir uns direkt auf den Weg in die Innenstadt zum Sightseeing. Wir stiegen beim Präsidentenpalast aus und kamen am Briefkasten Nr. 1, also dem Ersten in Bratislava, vorbei.

Dann spazierten wir auf die Burg, genossen den herrlichen Ausblick. Nach dem Mittagessen zeigte ich Jenny die Altstadt. Dort hatte ich irgendwann noch 2 weitere Figuren entdeckt, die ich natürlich niemandem vorenthalten möchte. Zum einen seht ihr Jenny auf dem Hauptplatz, wo ihr der napoleanische Soldat über die Schulter schaut.

Ich versuche währenddessen möglichst unauffällig herauszubekommen, wen der Paparazzi ablichten möchte.

Unsere Tour führte uns dann bis zur Eselausstellung, Novy Most und schließlich in den Aupark (Shoppingcenter), da wir zunächst vorhatten, den Abend mit einem Kinofilm zu starten. Diese Idee verwarfen wir aber bald, stattdessen stürmten wir die Läden Danach fuhren wir in meine Wohnung, machten uns hübsch, um dann lecker Pizza in der Stadt essen zu gehen. Dann verbrachten wir den Abend in einer Cocktailbar. 00:15 Uhr brachte uns das Taxi zurück.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker 09:00 Uhr. Nach dem Frühstück trafen wir uns gegen 11:00 Uhr am Hauptbahnhof mit Blagoj.

Wir wollten uns die Burg Devin ansehen. Gleich nachdem wir in Devin, einem kleinen Dorf kurz vor Bratislava, ankamen, sollte Blagoj nach dem Weg fragen. Das machte er auch, allerdings vergrößerte sich unser Dreiergespann schlagartig auf eine siebenköpfige Truppe, denn Blagoj entschied, den Weg gemeinsam mit 2 spanischen Päarchen, die seit einem Jahr in Deutschland arbeiten, zu bestreiten.

Bei der Burg Devin handelt es sich um eine Ruine. Die ältesten Spuren gehen auf Slawen aus dem 8. Jahrhundert zurück. Verschiedenste Nationen, von Kelten, über Römer, Goten und Langobarden, bewohnten zwischenzeitlich die Burg. Sie gilt als nationales Kulturdenkmal, das auf einem Fels gebaut ist.

                                                                                                

Das Burggelände war wirklich groß. Teilweise konnte man gut die Grundrisse der Zimmer erkennen.

Von dem Gelände aus hatte man einen tollen Blick auf die Donau und die Morava, die unterhalb des Felsens, auf dem sich die Burg befindet, zusammenfließen. Leider war es am Sonntag windig und bewölkt, sodass dieses Foto vielleicht recht trist wirkt, euch aber einen Eindruck vermittelt, wie schwer es gewesen sein muss, eine Burg auf dem Felsen zu bauen. Zumindest stell ich mir das bei dem Türmchen schwierig vor.  

Nach über einer Stunde verabschiedeten wir uns von der spanischen Begleitung und beschlossen auch zurück nach Bratislava zu fahren. Während Jenny und ich total durchgefroren waren und uns entschieden, im „1st Slovak Pub“ das slowakische Nationalgericht zu probieren, wollte Blagoj nach Hause um sich von seinem anstrengenden WE auszuruhen. Jenny und ich bestellten also in der urigen Location Birmsenpiroggen, von der ich leider (auch) die slowakische Bezeichnung vergessen habe. Birmsenpiroggen sind aus Mehl, Kartoffeln und Milch. Man kann sie mit gebratener Wurst, Speck oder Käse bestellen. Das Ganze schmeckt etwas nach Sauerrahm und schaut ein bisschen aus wir Gnocci. Jenny und mir hat es gemundet , allerdings ist es nicht so gut, dass ich mir das Rezept organisieren müsste, um in Deutschland alle damit beeindrucken zu können.

Nach der Stärkung wollte Jenny gern die blaue Kirche sehen. Anschließend wollte ich sie unbedingt am Geschmackserlebnis dieser puddingsoßenartigen heißen Schokolade teilhaben lassen. Auf dem Hauptplatz fanden wir ein von außen recht unscheinbares Café,  bei dem der Name, nämlich Schokocafé, Programm war. Kaum reingekommen, duftete es herrlich. Eine wirklich total süße Location, die Jenny und mich derart beeindruckte, dass wir ein Schokoladenfondue und für jeden eine heiße Schoki bestellten, so konnten wir uns gleich durch 3 verschiedene Geschmacksrichtungen, nämlich klassisch, Mandel und bittere Schoki mit Kirsch, testen. Das war wirklich super! Und so war das slowakische kulinarische Trio für Jenny mit der Schoki, Kofola (slowakischer Cola, von deren Geschmack  ich noch immer nicht weiß, an was er mich erinnert) und Birmsenpiroggen komplett. Dann war es bereits 17 Uhr und wir fuhren in meine Wohnung, wo wir Jennys Fotos von Nottingham anschauten. Wir kochten uns lecker Abendessen und gegen 19:45 Uhr fuhr ich sie zum Flughafen, wo wir uns 20:15 Uhr verabschiedeten. Jenny und ich werden uns auf alle Fälle im Januar sehen, allerspätestens im Flugzeug nach Durban.

Am Montag zelebrierte die Slowakei ihren Nationalfeiertag. Wegen anhaltenden Engpässen in der Logistik, hatte ich dort bereits letzte Woche ausgeholfen, indem ich Daten für über den Wareneingang eingab. Da alle dem Weihnachtsgeschäft entgegenfiebern, wurde entschieden, dass alle Mitarbeiter am Samstag, Sonntag und Montag in der Logistik helfen werden. Zum Glück hatte ich Jenny Besuch schon länger angekündigt und so musste ich nur am Montag mithelfen und konnte für Jenny am WE den Guide spielen.

Aber wie das immer so ist… Nachdem der Besuch weg ist, fühlt man sich wieder recht allein. Aber dieses Mal dauert die Phase nicht lang, denn am Mittwoch 15:42 Uhr werde ich jemanden ganz besonderen vom Bahnhof abholen. Meine Mama! Sie schwingt sich in den Zug, fährt 8 Stunden über Dresden, Prag nach Bratislava und bleibt bis zum Sonntag (23.11.). Ich freue mich sehr über ihren Besuch, denn ich habe sie am 21.09. das letzte Mal gesehen.

*winke* eure Melli

P.S.: Ich hoffe, ihr wisst zu schätzen, das ich mir grad für diesen Blog mein Sitzfleisch bei null Grad auf einer Parkbank vor einer staatlichen Institution abfriere, indem ich das ungesicherte WLAN dieser Behörde nutze. In der Logistik haben die nicht mal für einen 2-Zeiler an Jenny wegen ihrer Ankunftszeit am Flughafen Verständnis gehabt…  Und weil ich heute erst 10 Uhr auf Arbeit sein muss, riskiere ich für euch eine Blasenentzündung…

P.S. 2: Ich wünsche morgen allen in Sachsen einen tollen Buß- und Bettag. Außerdem freue ich mich schon ein bisschen, dass Sachsen Bayern im PISA-Vergleich geschlagen hat.

18.11.08 09:23

bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Jenny (18.11.08 20:29)
Ich möchte anmerken zu dem Eintrag, dass ich SChnupfen und Husten hatte als ich Melli besucht habe, nicht das der EIndruck bei dem ersten Pic entsteht ich war betrunken :D
Sonst nochmal danke an dich Melli! War echt supi bei dir!
GLG Jenny


Kerstin (19.11.08 14:29)
Heee, Bayern ist Spitzenplatz Nummer 2!!!! Was glaubst du denn, was ich mit die ganze Zeit in den Vorlesungen anhören darf...

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