Nie som zodpovedná za pleseň v kuchyni a obývačke.

Falls ich mich Montag nicht mehr mit meinen fast schon literarischen Ergüssen  melden sollte, schlug der Versuch, meiner Vermieterin heute abend vorsichtig und ruhig die Schimmelflecke zu zeigen, fehl.

Ich werde versuchen, sie mit: "Nie som zodpovedná za pleseň v kuchyni a obývačke." (Ich bin nicht an den Schimmelflecken in der Küche und im Wohnzimmer schuld.) zu beruhigen.

Mein letztes WE in Bratislava (nächstes gehts ja noch einmal nach Budapest) werde ich wohl recht unspektakulär verbringen. Ich will mich endlich um die Projektarbeit kümmern (bzw. anfangen, mich damit ernsthaft zu beschäftigen ), außerdem Weihnachtsgeschenke kaufen und die ersten Sachen packen.

Ich wünsche euch also ein tolles WE mit einem schönen 2. Advent!

*winke* eure Melli

1 Kommentar 5.12.08 15:24, kommentieren

Dva krát lokša čokoládová, prozim.

Bereits zu meinem Geburtstag hatten mich 2 treue Blogleserinnen bloßgestellt. Es war ihnen irgendwie eher als mir gelungen, einen vollständigen Satz auf slowakisch zu sagen und schreiben.

Ewig konnte ich diese Blamage ja nicht auf mir sitzen lassen. So hab ich das Ziel, in den verbleibenden 2,5 Wochen einen slowakischen Satz zustande zu bringen, auf meine To-Do-Liste gesetzt.

Ich hätte wetten können, dass ich dieses Ziel am Freitag, wenn meine Vermieterin aus dem Urlaub zurückkommt, erfülle. Ich dachte an: "Nein, ich bin nicht an den Schimmelflecken im Wohnzimmer und der Küche schuld."

Aber nein, mein erster slowakischer Satz kam Dienstag abend ganz spontan wegen eines niederen Instinktes - Hunger - aus meinem Mund. Ich war mit der VW-Crew auf dem Weihnachtsmarkt und bestellte für Anna und mich todesmutig: "Dva krát lokša čokoládová, prozim." (2 Schokoladen-Lokša bitte.) Lokša sind im Grunde Crepes, nur aus Kartoffelteig.Ich musste feststellen, das ich sie nicht so mag. Aber das konnte meine Freude über meinen 1. slowakischen Satz nicht trüben!

Den Satz mit dem Schimmel werd ich wohl heute noch mit Mirka einstudieren.

*winke* eure Melli

2 Kommentare 4.12.08 08:30, kommentieren

Budapest Teil I: Sightseeing mit VW-Crew

Wir trafen uns am Freitag (28.11.08) um 15:30 Uhr am Hauptbahnhof in Bratislava um nach Budapest zu fahren. Unsere Gruppe (v.l.) bestand aus Blagoj, Stefan, Nicole, Silvi, Silvis Freundin Carola, die aus Deutschland kam, und Stefans Kommilitone Thomas, der grad ein Praktikum in Wien macht.

Die Zugfahrt (insgesamt 16 €/Person für Hin-und Rückfahrt) verlief ohne Probleme und wir kamen 18:30 Uhr in Budapest  an. Dann organisierten wir uns Forint (ungarische Währung;  1 € = 260 HUF), damit wir Tickets für den Nahverkehr kaufen konnten. Innerhalb der U-Bahn wird dort total streng kontrolliert. Aber nicht nur das war anders. Die Rolltreppen zu den U-Bahnen waren total schnell, das war wirklich eine kleine Herausforderung da heil drauf zusteigen. Es ist auch interessant zu wissen, dass die M1 in Budapest die älteste U-Bahn auf dem europäischen Festland ist. Das merkt man auch. Sie liegt vielleicht 1 Meter unter der Erde, die Decke ist total flach. Allgemein sind die Bahnsteige total klein und noch genauso erhalten wie damals.

Ca. 19:15 Uhr erreichten wir unser Hostel, das wirklich sehr zentral lag. Zunächst haben wir die Eingangstür allerdings gar nicht wahrgenommen. Das Hostel befand sich neben einem Kino in einem Altbau im 3. Stock. Wir bezogen unser 8-Mann-Zimmer, das durch unsere Truppe komplett (Anna kam am Samstag früh nach) belegt wurde. Wir waren alle sehr zufrieden mit der Unterkunft für 8,13 € pro Mann und Nacht inkl. Frühstück.

Um 20:30 Uhr machten wir uns auf dem Weg zum Abendessen. Außerdem kam Tim, der mit mir studiert und derzeit bei Quelle Ungarn arbeitet, dazu. Nachdem wir uns alle gestärkt hatten, schlug Tim eine kleine Runde durch Budapest mit Sightseeing bei Nacht vor. Er hatte total Recht , denn Budapest ist nachts wunderschön beleuchtet.

Wir genossen den Blick auf das Budapester Schloss. Hier ein Foto meiner Kamera, das auch als Postkartenmotiv durchgehen könnte…

Auch die Hängebrücke war in ein romantisches Licht getaucht.

Außerdem zeigte Tim uns das Parlamentsgebäude. Er erzählte, dass es damals eine Ausschreibung für die Architektur des Gebäudes gab. Man konnte sich nicht zwischen 3 eingereichten Vorschlägen entscheiden und baute deshalb alle 3. In den 2 anderen sind nun Ministerien untergebracht und hier könnt ihr den „Sieger“ sehen (einmal nachts und einmal am Tag):

Gegen Mitternacht waren fast alle hundemüde. Tim wollte noch einen Absacker trinken gehen und Thomas schloss sich ihm an. Die beiden müssen wohl noch einen aufschlussreichen Abend in einer Bar verbracht haben. Der Rest von uns lag 0:45 Uhr im Bett, Thomas wurde 2:22 Uhr von Tim gebracht. (Das Klingeln an der Tür war ziemlich laut und ich hatte wegen der Uhrzeit einen Blick auf mein Handy riskiert.)

Am nächsten Morgen zeigte sich dann der Nachteil unseres kleinen Hostels: 2 Duschen für 15 Mann (also auch die Nachbarzimmer). Ja, das führte zu Stau. Nach dem Frühstück starteten wir bei undankbarem Regen. Wir steuerten das Schloss an. Dort angekommen, hörte der Regen auf und so konnten wir ohne große Nassattacken auf dem Gelände herumspazieren. Der Blick vom Schloss auf die Stadt war trotz des trüben Wetters schön. Man konnte Stefan-Basilika und die Hängebrücke gut sehen.

Auch der Blick auf die Donau und das Parlamentsgebäude, dessen architektonisches Vorbild die Westminster Abbey in London ist, war super.

Natürlich schreite die Kulisse förmlich nach einem Gruppenfoto, dieses Mal mit Anna, die mit ihrer roten Mütze zwischen Blagoj und Silvi hervorlunzt.

Nach so viel Kultur knurrten unsere Bäuche, es war Mittagszeit. Stefan schlug vor, in der Markthalle zu essen. Das war echt ein großes Gebäude, das sehr historisch aussah. Die Optik wirkte auf  mich wie die britischen Bahnhofshallen in Filmen. Jedenfalls  gab es überall kleine Stände mit Essen oder Souvenirs. Vielleicht vermittelt euch dieses Bild einen kleinen Eindruck von der Atmosphäre und dem Gebäude an sich.

Nachdem alle anderen Langos gegessen hatten und ich mir einen Palatschinken gegönnt hatte, schauten wir uns die kleinen Verkaufsstände an. Hier und da wurden fleißig Souvenirs eingemarktet. Anschließend ging es zur Oper, wo wir eine 30-minütige-Führung für ca. 6 € mitmachten. In dem tollen Gebäude verging die Zeit wie im Fluge, die Führung war sehr interessant und hätte ruhig länger dauern können. In der Oper durfte man keine Fotos machen, aber sie war sehr prächtig. Allerdings kamen mir die Räume etwas klein vor. Die Königsloge durfte man nicht betreten. In ihr saß Sissi (sie ist in Österreich/Slowakei/Ungarn echt ein Star!) nur einmal – nämlich einmal mit Franz. Dem gefiel nicht, dass die Oper in Budapest schöner war als die in Wien. Er hatte nämlich eine Maßgabe zum Bau der Budapester Oper gesetzt: Sie solle nicht größer als die in Wien sein. Die Sache mit der hübschen Ausstattung hatte er wohl vergessen. Aus Ärger darüber war er jedenfalls nur zur Eröffnung vor Ort. Sissi kam aber danach immer wieder, durfte aber nicht in der Königsloge sitzen und suchte sich einfach die links neben der Bühne aus. Heute dürfen in der Königsloge nur 3 Personen (u.a. der ungarische Präsident) und deren Gefolge sitzen.

Im Anschluss daran gingen wir in das Einkaufszentrum „West End“, um uns dort mit Getränken für den Sonntag einzudecken. Dann waren wir ziemlich kaputt und gingen ins Hostel, um zu dösen. Nach einer Stunde Halbschlaf machten sich die Mädels hübsch. Wir gingen essen und gegen 23:30 Uhr kam Tim dazu, mit dem wir in einen Pub gingen. Dort war das Publikum zwischen 20-40 Jahren alt und die Musik war teilweise echt gewöhnungsbedürftig. Wie die Jungs das zu verdrängen versuchten, seht ihr hier bei Tim (links) und Stefan:

Mir gab die Musik ca. 1:00 Uhr zu denken. Klar, es war der 1. Advent. Aber rechtfertig das nach „Country Roads“ und Klassikern von „Grease“ „Wham!“ mit „Last Christmas“ zu spielen!? Sicher nicht! Jedenfalls entschlossen wir uns daraufhin bald, zurück zum Hostel zu gehen. Wir verabschiedeten uns von Tim, der noch gern weitergezogen wäre – kein Wunder, er war auch erst am Nachmittag aufgestanden und nicht schon wir wie seit 8:30 Uhr auf den Beinen – aber Tim und ich holen den Partymarathon mit Lisa (Kommilitonin aus Ravensburg) am WE vom 12.-14.12.2008 nach, denn da fahre ich noch einmal nach Budapest. Dann liegt aber der Schwerpunkt aber mehr auf Spaß als auf Sightseeing.

Am Sonntag mussten wir bis 10 Uhr das Zimmer räumen, durften aber die Taschen noch im Hostel lassen. Nachdem wir uns von Caro, die am Vormittag mit dem Zug zurück nach Deutschland fuhr, verabschiedet hatten, splitteten uns in zwei Gruppen auf: Während Stefan, Thomas und Silvi zum Heldenplatz fuhren und dort eine Therme (Budapest ist für seine Bäderkultur sehr berühmt) besuchten, machten Blagoj, Nicole, Anna und ich uns auf den Weg zu einer kostenlosen Stadtführung, die 10:30 Uhr startete, auf. Die Guides finanzieren sich dadurch, dass man ihnen am Ende der Tour ein Trinkgeld gibt. Wir entschieden uns aber, nur die Hälfte der Führung mitzumachen, da wir den 2. Teil des Programms (u.a. das Schloss) bereits auf eigene Faust am Samstag abgedeckt hatten.

Die Tour war ok. Wir kamen am Ballhaus, welches an der Donau liegt, vorbei, in dem auch schon Sissi übers Parkett schwebte.

Der Guide erzählte uns einiges über die lustigen Figuren, die wie in Bratislava, überall rumstehen. Hier seht ihr eine Auswahl von Statuen und die dazu passenden Posen der Fotomodelle (Blagoj und Silvi am Samstag abend; Anna bei der kostenlosen Führung):

Wir verabschiedeten uns nach 1,5 Stunden bei der Stefans-Basilika vom Rest der Truppe. Die Stefan-Basilika war echt total schön! Zum einen sehr ihr sie hier von der Straße aus, zum anderen vom großen Platz davor.

Auch innen war sie ein Hingucker. Leider konnten wir sie nicht richtig besichtigen, da noch da katholische Gottesdienst stattfand, als ich drinnen war. Aber es muss dort eine Figur vom ersten König Ungarn geben, der Ungarn gegen 1000 herum nach vorn gebracht hat und Ungarn sich so zu einem ernst zunehmenden Völkchen entwickelt hat. Der Mann wurde vom römischen Kaiser gekrönt. 100 Jahre nach dem Tod des Königs fand man seine Leiche, alles war verwest -  außer seine geballte Hand, die noch komplett erhalten war. (Noch heute versuchen Forschen herauszufinden, warum die Zeit keine Spuren an der Faust hinterlassen hat.) Die linke Hand hat man einfach mit Gold überzogen und ist in der Stefans-Basilika ausgestellt. Ok, vielleicht nicht ausgestellt. Wirft man eine Münze in einen Automaten, wird die Hand beleuchtet, sonst ist sie nicht gut zu sehen.

Nach dem wir für diesen Sonntag genug Historisches gesehen hatten, zogen wir auf den (recht kleinen – ich glaub, der in SZB ist größer!)) Weihnachtsmarkt. Überaschenderweise gab es dort nur sehr wenig Essensstände. (Das könnte einem in Deutschland nicht passieren. ) Den restlichen Nachmittag trennte sich unsere Kleingruppe nochmal: Blagoj und Anna fuhren zum Heldenplatz, während Nicole und ich durch die „Fashion Street“ (die heißt wirklich so ) bummelten und dann dort noch eine heiße Schoki tranken, bevor wir unser Gepäck aus dem Hostel holten und uns alle am Bahnhof trafen, wo unser Zug 15:30 Uhr nach Bratislava fuhr. 18:45 Uhr war ich zuhaus.

Was mir immer klarer wird: Es ist super andere Städte kennenzulernen. Aber Wien und Budapest machen mir schon klar, wie wenig mir eigentlich Bratislava als Stadt von der Bauweise gefällt. Aber Architektur ist ja nicht alles...

*winke* eure Melli

1 Kommentar 2.12.08 08:43, kommentieren

Hausbesetzer

Meine Vermieterin fliegt heute für eine Woche in den Urlaub. Ich freu mich ja für sie , aber wisst ihr, was das für mich bedeutet?

Vollkommene Funkstille, totale Abgeschiedenheit - kein Telefon.  Wie soll ich mich abends denn beschäftigen? Sonst sind zum Telefonieren täglich mind. 1,5 Stunden eingeplant. (Ich bin nun mal sehr mitteilungsbedürftig. ) Nun muss ich das drastisch reduzieren , da Marc dann immer ganz kurz auf meinem Handy anruft. Aber besser, als überhaupt nicht zu wissen, was in Norwegen so geht.

Aber halt, ihr müsst heute noch nicht anfangen, mich wegen dieser Telefonsache zu bemitleiden! Heute 15:45 Uhr geht mein Zug nach Budapest, wo ich bis Sonntag bleibe. Zum ersten Mal setze ich meinen Fuß auf ungarischen Boden. Und eben hab ich festgestellt, dass ich vergessen hab, ein Drittwährungsportemonaie zu organisieren, denn neben Euro und slowakischen Kronen schlepp ich heut auch noch ungarische Forint mit mir rum.

Ich freu mich schon sehr auf Budapest und Ungarn. Neulich ist mir aufgefallen, dass ich dieses Jahr an Auslandsbesuchen wirklich sehr verwöhnt war. 2008 startete für mich in Großbritannien, außerdem war ich öfters in Österreich und der Tschechischen Repunlik. Ich nach Norwegen geflogen und hab Frankreich besucht. Natürlich muss ich an dieser Stelle auch die Slowakei erwähnen. Krass, irgendwie. Es sind heute nämlich genau noch 3 Wochen in Bratislava!

Und nächstes Jahr dann Südafrika. Heute in 2 Monaten ist es soweit! Ich bin schon jetzt etwas aufgeregt und fühl mich total unvorbereitet, obwohl ich angefangen habe, in meinem Reiseführer zu lesen.  Momentan basteln wir gerade an unserem Vorlesungsplan in Durban und überlegen, welche Veranstaltungen am besten zu dem Programm in Ravensburg passen.

Nun guddi, dann wisst ihr erstmal wieder Bescheid. Und ab Sonntag könnt ihr ja dann immer gegen 20 Uhr eine Gedenksekunde mit einer traurigen Miene einlegen und den Worten "Mhmm, Melli kann jetzt nicht telefonieren"...

Ich wünsche euch ein tolles Wochenende mit einem schönen 1. Advent!

*winke* eure Melli

1 Kommentar 28.11.08 09:26, kommentieren

Mutti ist die Beste!

Weil das so ist, scheute ich am Mittwoch, als ich sie vom Bahnsteig abholte, keine Mühen – und das bei dem 50 kg-Koffer (Hey, das ist wirklich eine realistische Schätzung! ). Wir wuchteten das Gepäckstück also Richtung Parkplatz. Ich sprintete heim, um dort, wo Mama auf mich warten sollte, schnellstmöglich mit meinem Auto vorzufahren. Nach 30 min luden wir das blaue Ungetüm in meinen Kofferraum und fuhren zu meiner Wohnung, die ich zunächst meiner Mama zeigte. Leider hat sie nicht die Möglichkeit, meinen Blog zu sehen und war deshalb vollkommen unvoreingenommen. Das war auch gut, denn so konnte ich sie mit der großen Wohnung beeindrucken.

Aber Mütter haben ja einen untrüglichen Instinkt und so stellte sie doch direkt Makel fest. Zum Beispiel die Heizung: Zugegeben, es ist oft recht frisch im Wohnzimmer und der Küche, aber das ist mir nicht so wichtig… Ich zieh mir einfach mehr an. Das Heizungsproblem nervt mich eigentlich nur, wenn ich duschen möchte. Denn es läuft nicht einfach warmes Wasser aus der Leitung. Die Heizung im Bad muss zuvor mind. 20 min auf voller Leistung arbeiten… 

Dann gib es aber auch noch ein anderes Manko: Die Fenster und Türen „schwitzen“, sie sind total beschlagen und die Nässe geht auf die Wände über. So gibt es bereits in der Küche eine kleine, schimmelnde Stelle. Obwohl ich sehr gründlich lüfte, liegt das wohl an den Isolierungen. Ich hoffe, es wird bald wieder besser.

Davon abgesehen, schien die Wohnung und meine Hausfrauenambitionen meiner Mama zu gefallen. Sie packte ihren Koffer aus und es kamen ganz viele Dinge zum Vorschein, die ich bereits vorsorglich am Telefon erwähnt hatte, als sie mich fragte, über welche Mitbringsel ich mich freuen würde. So wurde mein Vorratsschrank mit gefüllten Lebkuchenherzen bepackt und mein Kühlschrank mit ganz vielen „Joghurt mit der Ecke - Ecken des Monats“ und Knacker bestückt. Außerdem hatte sie meine Post (und so konnte ich am Mittwochabend im Frontline-Katalog blättern ) und einigen anderen Kram (wie das Skript von Fr. Vochezer über das Erstellen einer wissenschaftlichen Arbeit ) dabei.

Wir verbrachten den Abend in aller Ruhe. Ich stellte meine Mutti meiner Vermieterin vor. Frau M. erwähnte ganz beiläufig vor meiner Mama, was für eine nette Untermieterin ich doch bin – hatte schon fast was von „product placement“. Meine Vermieterin freute sich jedenfalls sehr über den Stollen (als Dankeschön für die vielen Leckereien, die ich immer abstaube) und eine neue Küchenuhr (ihr erinnert euch an mein Küchenuhrmassaker vor einiger Zeit? ).

Am Donnerstagmorgen hörte ich meine Mutti schon zeitig poltern. Sie war wohl wegen meinem Geburtstag ein bisschen aufgeregt. Ich packte meine Geschenke aus und dann frühstückten wir. Nachdem wir im Kaufland einige Erledigungen hinter uns gebracht hatten, stand Sightseeing in Bratislava auf dem Programm. Wir waren lecker essen und nachmittags gönnten wir uns eine heiße Schoki. Abends trafen wir dann die Vorbereitungen für unseren Trip nach Wien.

Wir fuhren 9 Uhr mit dem Zug los. Ich zeigte ihr den Karlsplatz und das Sissi-Schloss mit der Spanischen Hofreitschule. Nach dem Mittagessen machten wir uns nach einem kurzen Spaziergang im Museumsviertel auf dem Weg zum Rathaus. In den ORF-Nachrichten schwärmte der Sprecher neulich so vom Wiener Weihnachtsmarkt, der auf dem Platz vor dem Rathaus stattfindet. Momentan freu ich mich sehr auf die Adventszeit, also mussten wir unbedingt zu diesem Weihnachtsmarkt. Der war letztendlich nicht so beeindruckend , wie das Rathausgebäude. Das ist wirklich riesig. Es passte nicht mal komplett vor meine Kameralinse. Besonders charmant fand ich die Dekoration an den Balkonbrüstungen. Sie sind nämlich mit Stoff, auf dem eine Zahl von 1 bis 24 aufgedruckt ist, verhüllt. So wird das Rathaus selbst zum großen Adventskalender. Leider weiß ich nicht, was sich hinter jedem Türchen verbirgt… (Hey, da fällt mir ein, dieses Jahr hab ich zum ersten Mal keinen Adventskalender *seufz* Naja, ich kann mir ja einen am 20.12. kaufen und dann den Dezember beim Naschen Revue passieren lassen. ) Aber bevor ich weiter vom Thema abkomme, findet ihr hier also das Wiener Rathaus.

Weihnachtsmarkttechnisch bin ich bisher ja auch sehr mit dem Nürnberger Christkindlmarkt und dem romantischen in meinem kleinen Schwarzenberg sehr verwöhnt. Ich kann das also nicht unvoreingenommen mit österreichischen Maßstäben vergleichen. 

Trotz der sehr regnerischen Stimmung konnte der Weihnachtsmarkt mich aber ein bisschen in eine besinnliche Stimmung versetzen. Hier seht ihr ein Bild mit meiner Mutti und mir.

Nachdem ich mich mit meinen heißgeliebten Schokifrüchten eingedeckt hatte, die (wie sich später herausstellte) bereits unter der Schokolade schimmelten , was ich aber rechtzeitig bemerkte , wollten Mutti und ich gern weiterziehen. Ich positionierte mich also mit dem großflächigen Stadtplan von Wien auf dem Bürgersteig und sah scheinbar ziemlich verzweifelt dabei aus. Jedenfalls riss mich dann ein netter Polizist (unter 30), der am Seiteneingang des Rathauses wohl Wache schob, mit seiner Frage, ob er mir helfen könne, aus meiner Gedankenwelt. Ich erklärte ihm also, dass wir gern einkaufen gehen würden, aber die Straße mit Louis Vuitton&Co. (leider ) nicht unbedingt unserer Preisklasse entsprach. Der Mann gab mir also dann den Tipp, wo er immer einkaufen geht und erklärte mir den Weg. Er hatte Recht! Wir waren wirklich auf einer tollen Shoppingmeile gelandet, wo wir uns mit einigen Kleinigkeiten eindeckten. Außerdem tranken wir lecker Cappu in einem Café. Irgendwann wurde das Wetter immer schlechter. Mein (neuer) pinker Regenschirm war im Dauereinsatz. Wir fuhren also 17:28 Uhr nach Hause.

Den letzten Tag ihres Aufenthaltes verbachten Mama und ich sehr entspannt. Wir zogen das Mutter-Tochter-Ding in einem Putzmarathon durch, wo sie mir manches nochmal erklärte, was ich wohl ihrer Meinung nach noch nicht so super beherrsche – naja, sowas ist subjektiv! Am Nachmittag wollten wir spazieren gehen, aber kaum waren wir aus dem Haus, zog ein Schneesturm auf. Nach höchstens 10 Minuten waren wir wieder im Haus.

Am Sonntag war es wieder Zeit, sich zu verabschieden. Mutti packte und bald fuhren wir mit dem Bus zum Hauptbahnhof, von dem ihr EC 12:15 Uhr Richtung Heimat startete. Es dauert ja nicht mehr lang (noch 24 Tage), dann sehe ich sie wieder. Das wird super! Aber vor allem freue ich mich auch auf Leo , meinen zuckersüßen Hund. Dann kann ich mit ihm Gassi gehen; „Such die Mutti“ (eine Art „Verstecke“ spielen; mich darüber freuen, wenn er versucht zu bellen (das konnte er noch nie gut ); ihn mit Marc eifersüchtig machen *lol* (Leo ist ziemlich besitzergreifend ); ihn liebevoll „Stinker“ nennen, wenn sein Fell nass ist oder ihn einfach nur putzig finden, wenn er faul rumliegt, was er eigentlich am allerliebsten macht, schließlich ist er mit 13 Menschenjahren Rentner . (Während des Besuches meiner Mutti haben Freunde auf Leo aufgepasst.)

*winke* eure Melli!

25.11.08 09:37, kommentieren

Kein Wunder, dass ich mir immer unsicher bin, wie alt ich bin... - das ändert sich auch immer

Am Donnerstag war es wieder so weit… Sollte ich in Panik ausbrechen, weil ich nun wieder ein Jahr mehr zu meinem Alter addieren muss? Nein, sicher nicht. Aber vielleicht nachdenklicher werden. Denn es war der erste Geburtstag, an dem…

  • ich nicht in Schwarzenberg war und es nicht schneite.
  • es keine Himbeertorte gab.
  • Marc  mir mein Geburtstagsgeschenk nicht persönlich übergeben konnte.
  • ich nicht minutiös nachverfolgen konnte, wer grad (dank der Studi-Erinnerung) einen Glückwunsch auf meine Studi-Pinnwand tippte. (Man möchte gar nicht darüber nachdenken, wer überhaupt an einen ohne dieses Feature gedacht hätte, oder?)

Statt dessen war es das erste Mal, dass…

  • ich meinen Geburtstag im Ausland verbracht habe.
  • meine Mama mich seit Beginn meines Studiums in meiner Wohnung hat und somit festgestellt hat, dass ich zum Beispiel auch gut ohne ein riesiges Putzmittelrepertoire und einen Schneebesen auskomme.
  • ich einige Pakete auspacken und Geburtstagskarten öffnen konnte.

  • Gerbera (meine Lieblingsblumen) aus einem Mittweidaer Blumenladen nach Bratislava exportiert wurden.

  • der mitgebrachte Stollen richtig gut geschmeckt hat.

Trotz der Tatsache, dass ich also nicht daheim war, konnte ich mich trotzdem über viele Geschenke freuen. Vom Geld, Pullis, Süßigkeiten, Fleuropgutschein und Dingen, die  für Südafrika nützlich sein werden (Reiseführer, Regenschirm in meiner Lieblingssignalfarbe ) bis zu einem schicken Armband und einer selbstgebrannten CD war alles dabei. Natürlich habe ich mir auch selbst etwas gegönnt (und muss dabei glatt an den Werbeslogan „Weil ich es mir wert bin“ denken):  ein kindisches Shirt, einen noch viel kindischeren Regenschirm und eine stylische Handtasche – Girliekram eben.


Alles in allem war mein Geburtstag schön, besonders, weil meine Mutti sich die Mühe gemacht hat, mich zu besuchen. Sonst wäre wohl kaum eine Geburtstagsstimmung aufgekommen.

Ich möchte mich an dieser Stelle bei allen für die Glückwünsche bedanken. Ich habe mich wirklich über jeden Geburtstagsgruß gefreut. Ganz besonders hervorzuheben waren die süßen SMS von kl. Steph, Isa und Heike. Außerdem haben mich Kerstin und Nad mit ihren Slowakischkenntnissen überrascht. Die beiden können eher einen slowakischen Satz schreiben, als ich. Gibts bei leo.org auch den Deutsch-Slowakisch-Übersetzungsmodus?

*winke* eure Melli

23.11.08 13:25, kommentieren

Besuch von Jenny

Ich hatte schon länger den Wunsch, an den WEs vom 14.-16.11. und 21.-23.11. nicht allein zu sein. Wie das mit Wünschen so ist, muss man sie meist publik machen, damit sie erfüllt werden. Ich rührte also die Werbetrommel und meine Freundin Jenny, die ich seit September 2007 durch das Studium kenne, reagierte ohne Zögern. Sie buchte einen Flug von Nottingham, wo sie noch bis Weihnachten einen Auslandsstep absolviert, nach Bratislava. Nach einem groß angelegten Putzmarathon fuhr ich Freitag (14.11.) zum Flughafen, wo Jenny um 21 Uhr ankam, und holte sie ab. Nachdem ich ihr die Wohnung gezeigt hatte, wir die selbst gebackenen Kekse meiner Vermieterin gegessen hatten, freute ich mich riesig über Spezialitäten aus Nottingham, die sie mir als Mitbringsel geschenkt hatte. So kann ich jetzt  Mushing peas, Cookies und Tee genießen. Außerdem wird meine Wäsche dank eines Duftkissens, umhüllt mit Spitze aus Nottingham, gut duften. Und zu Weihnachten muss meine Familie raten, woher ich das große, typisch britische (wie ein Bonbon aussehendes) Dingsbums herhabe (von dem ich den Name vergessen habe), in dem Konfetti und ein Glücksbringer versteckt sind. Jedenfalls machten wir uns dann langsam auf den Weg, um noch etwas Trinken zu gehen. Wir hatten uns echt viel zu erzählen. Nach 2 Locations und einer Fahrt mit dem Nachtbus lagen wir 02:30 Uhr im Bett.

Um 08:30 Uhr standen wir, motiviert durch das herrliche Wetter, auf.  Zunächst starteten wir ins Kaufland, um uns mit ein paar Kleinigkeiten zu versorgen. Als wir die Sachen in meine Wohnung gebracht hatten, machten wir uns direkt auf den Weg in die Innenstadt zum Sightseeing. Wir stiegen beim Präsidentenpalast aus und kamen am Briefkasten Nr. 1, also dem Ersten in Bratislava, vorbei.

Dann spazierten wir auf die Burg, genossen den herrlichen Ausblick. Nach dem Mittagessen zeigte ich Jenny die Altstadt. Dort hatte ich irgendwann noch 2 weitere Figuren entdeckt, die ich natürlich niemandem vorenthalten möchte. Zum einen seht ihr Jenny auf dem Hauptplatz, wo ihr der napoleanische Soldat über die Schulter schaut.

Ich versuche währenddessen möglichst unauffällig herauszubekommen, wen der Paparazzi ablichten möchte.

Unsere Tour führte uns dann bis zur Eselausstellung, Novy Most und schließlich in den Aupark (Shoppingcenter), da wir zunächst vorhatten, den Abend mit einem Kinofilm zu starten. Diese Idee verwarfen wir aber bald, stattdessen stürmten wir die Läden Danach fuhren wir in meine Wohnung, machten uns hübsch, um dann lecker Pizza in der Stadt essen zu gehen. Dann verbrachten wir den Abend in einer Cocktailbar. 00:15 Uhr brachte uns das Taxi zurück.

Am nächsten Morgen klingelte der Wecker 09:00 Uhr. Nach dem Frühstück trafen wir uns gegen 11:00 Uhr am Hauptbahnhof mit Blagoj.

Wir wollten uns die Burg Devin ansehen. Gleich nachdem wir in Devin, einem kleinen Dorf kurz vor Bratislava, ankamen, sollte Blagoj nach dem Weg fragen. Das machte er auch, allerdings vergrößerte sich unser Dreiergespann schlagartig auf eine siebenköpfige Truppe, denn Blagoj entschied, den Weg gemeinsam mit 2 spanischen Päarchen, die seit einem Jahr in Deutschland arbeiten, zu bestreiten.

Bei der Burg Devin handelt es sich um eine Ruine. Die ältesten Spuren gehen auf Slawen aus dem 8. Jahrhundert zurück. Verschiedenste Nationen, von Kelten, über Römer, Goten und Langobarden, bewohnten zwischenzeitlich die Burg. Sie gilt als nationales Kulturdenkmal, das auf einem Fels gebaut ist.

                                                                                                

Das Burggelände war wirklich groß. Teilweise konnte man gut die Grundrisse der Zimmer erkennen.

Von dem Gelände aus hatte man einen tollen Blick auf die Donau und die Morava, die unterhalb des Felsens, auf dem sich die Burg befindet, zusammenfließen. Leider war es am Sonntag windig und bewölkt, sodass dieses Foto vielleicht recht trist wirkt, euch aber einen Eindruck vermittelt, wie schwer es gewesen sein muss, eine Burg auf dem Felsen zu bauen. Zumindest stell ich mir das bei dem Türmchen schwierig vor.  

Nach über einer Stunde verabschiedeten wir uns von der spanischen Begleitung und beschlossen auch zurück nach Bratislava zu fahren. Während Jenny und ich total durchgefroren waren und uns entschieden, im „1st Slovak Pub“ das slowakische Nationalgericht zu probieren, wollte Blagoj nach Hause um sich von seinem anstrengenden WE auszuruhen. Jenny und ich bestellten also in der urigen Location Birmsenpiroggen, von der ich leider (auch) die slowakische Bezeichnung vergessen habe. Birmsenpiroggen sind aus Mehl, Kartoffeln und Milch. Man kann sie mit gebratener Wurst, Speck oder Käse bestellen. Das Ganze schmeckt etwas nach Sauerrahm und schaut ein bisschen aus wir Gnocci. Jenny und mir hat es gemundet , allerdings ist es nicht so gut, dass ich mir das Rezept organisieren müsste, um in Deutschland alle damit beeindrucken zu können.

Nach der Stärkung wollte Jenny gern die blaue Kirche sehen. Anschließend wollte ich sie unbedingt am Geschmackserlebnis dieser puddingsoßenartigen heißen Schokolade teilhaben lassen. Auf dem Hauptplatz fanden wir ein von außen recht unscheinbares Café,  bei dem der Name, nämlich Schokocafé, Programm war. Kaum reingekommen, duftete es herrlich. Eine wirklich total süße Location, die Jenny und mich derart beeindruckte, dass wir ein Schokoladenfondue und für jeden eine heiße Schoki bestellten, so konnten wir uns gleich durch 3 verschiedene Geschmacksrichtungen, nämlich klassisch, Mandel und bittere Schoki mit Kirsch, testen. Das war wirklich super! Und so war das slowakische kulinarische Trio für Jenny mit der Schoki, Kofola (slowakischer Cola, von deren Geschmack  ich noch immer nicht weiß, an was er mich erinnert) und Birmsenpiroggen komplett. Dann war es bereits 17 Uhr und wir fuhren in meine Wohnung, wo wir Jennys Fotos von Nottingham anschauten. Wir kochten uns lecker Abendessen und gegen 19:45 Uhr fuhr ich sie zum Flughafen, wo wir uns 20:15 Uhr verabschiedeten. Jenny und ich werden uns auf alle Fälle im Januar sehen, allerspätestens im Flugzeug nach Durban.

Am Montag zelebrierte die Slowakei ihren Nationalfeiertag. Wegen anhaltenden Engpässen in der Logistik, hatte ich dort bereits letzte Woche ausgeholfen, indem ich Daten für über den Wareneingang eingab. Da alle dem Weihnachtsgeschäft entgegenfiebern, wurde entschieden, dass alle Mitarbeiter am Samstag, Sonntag und Montag in der Logistik helfen werden. Zum Glück hatte ich Jenny Besuch schon länger angekündigt und so musste ich nur am Montag mithelfen und konnte für Jenny am WE den Guide spielen.

Aber wie das immer so ist… Nachdem der Besuch weg ist, fühlt man sich wieder recht allein. Aber dieses Mal dauert die Phase nicht lang, denn am Mittwoch 15:42 Uhr werde ich jemanden ganz besonderen vom Bahnhof abholen. Meine Mama! Sie schwingt sich in den Zug, fährt 8 Stunden über Dresden, Prag nach Bratislava und bleibt bis zum Sonntag (23.11.). Ich freue mich sehr über ihren Besuch, denn ich habe sie am 21.09. das letzte Mal gesehen.

*winke* eure Melli

P.S.: Ich hoffe, ihr wisst zu schätzen, das ich mir grad für diesen Blog mein Sitzfleisch bei null Grad auf einer Parkbank vor einer staatlichen Institution abfriere, indem ich das ungesicherte WLAN dieser Behörde nutze. In der Logistik haben die nicht mal für einen 2-Zeiler an Jenny wegen ihrer Ankunftszeit am Flughafen Verständnis gehabt…  Und weil ich heute erst 10 Uhr auf Arbeit sein muss, riskiere ich für euch eine Blasenentzündung…

P.S. 2: Ich wünsche morgen allen in Sachsen einen tollen Buß- und Bettag. Außerdem freue ich mich schon ein bisschen, dass Sachsen Bayern im PISA-Vergleich geschlagen hat.

23 Kommentare 18.11.08 09:23, kommentieren